5. Das vierte Gebot

 

Das vierte Gebot

8 Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn
.”

(Exodus 20.8-11)

Der von Gott gesegnete und geheiligte Ruhetag (Sabbattag) ist der siebente Tag.

Dieser ist der Tag von dem uns Gott der Herr sagt, ihn zu heiligen und ihm als Ruhetag zu widmen.

Welcher Wochentag ist der siebente Tag?

Die Antwort auf diese Frage finden wir in dem biblischen Bericht des Morgens der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus:

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.
2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.
9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.”

(Markus 16.1-9)

Laut obigem biblischen Bericht ist Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden.

Welcher Wochentag ist der erste Tag?

Die Antwort finden wir z. B. im alljährlichen Osterfest (das Fest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus), wo der Tag der Auferstehung immer an einem Sonntag ist.
Daraus ergibt sich, dass der erste Tag der Woche der Sonntag ist.

Logischerweise ist der siebente Tag derjenige unmittelbar vor dem Sonntag: der Samstag.
Folglich ist der Samstag (der siebente Tag der Woche) der von Gott gesegnete und geheiligte Ruhetag.

Der Samstag ist der Tag von dem uns Gott der Herr sagt, ihn zu heiligen und ihm als Ruhetag zu widmen.

In der Bibel kommt das Wort „Samstag” nicht vor, sondern „Sabbat”.
Dieses Wort stammt aus der hebräischen Sprache („Shabbat”) und bedeutet „Aufhören”.
Bezogen auf das vierte Gebot bedeutet dies „Tag des Ruhens od. Ruhepause”.
Übrigens war der siebente Tag der einzige Tag, der einen Namen trug, alle anderen wurden nur aufgezählt (der erste Tag, der zweite Tag, usw.).

Man sollte wissen, dass das Ruhen am siebenten Tage nicht zum ersten Mal mit der Gesetzgebung am Berg Sinai bekannt gegeben wurde, sondern existierte seit Anfang der Welt.
Der siebente Tag wurde gleich nach Vollendung der Schöpfung gesegnet und geheiligt:

1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.”

(Genesis 2.1-3)

Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Völker. Die Menschheit bestand nur aus dem ersten Menschenpaar.
Dieser besondere Tag ist demnach nicht an Nationen, Völker oder religiöse Orientierungen gebunden, sondern richtet sich an die gesamte Menschheit.

Dieses Gebot dient dem Gedenken an der göttlichen Schöpfung des Universums, der Erde, aller Lebewesen und des Menschen, und erinnert an das Ruhen Gottes am siebenten Tag der Schöpfungswoche.

Tausende Jahre nach der Schöpfung erinnert Gott selbst im vierten Gebot des Dekalogs, dass dieser Tag und die Beendigung seiner Schöpfung miteinander zusammenhängen.
Dieses Gebot wurde am Berg Sinai dem Volke Israel gegeben (zu jener Zeit das einzige Volk mit dem Glauben an den wahren Gott) und durch dieses allen Erdbewohnern der ganzen Menschheitsgeschichte.

An diesem Tag errichtet Gott den notwendigen Zyklus der Arbeits- und Ruhezeit:
Am Ende von sechs Werktagen wird die Arbeit durch den siebenten Ruhetag unterbrochen.
Gleich seiner Ruhe unmittelbar nach der Beendigung der Schöpfung gebietet Gott seines von ihm geschaffenen Wesen sich an diesem Tag in Verbundenheit mit ihm zu freuen und bezeigt zugleich seine besondere Fürsorge um ein ausgeglichenes und gesundes Leben des Menschen. Der Mensch braucht regelmäßige Zeiträume der Ruhe, sowohl physisch als auch geistig. Die ganze Mühe und die Anstrengungen während der sechs Werktage werden über den Zeitraum des siebenten Tages „aufhören”.

Der Zweck, der Sinn und der Nutzen dieses Tages könnten wie folgt kurz zusammengefasst werden:

- Der Mensch kann sich auf praktische Weise der Vorteile dieses Tages zu seinem Besten erfreuen, durch physisches und mentales Ruhen, Ruhen des Körpers und Geistes.
- Es ist kein Tag der Plagen und falsch verstandener Einschränkungen, sondern der Freude und Kontemplation der Schöpfung Gottes, in deren Mitte der Mensch „wunderbar gemacht" ist (Ps. 139.14).
- Es ist ein Anlass, unsere Gedanken in Gottes Wort zu vertiefen und im Wissen vom ewigen Leben voranzuschreiten.

Obwohl dieser ein Ruhetag ist, sollte man hieraus nicht folgern, dass an diesem Tag jegliche Aktivität verboten ist. Gott sagt: „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.” Diesen Tag heiligen, bedeutet unsere Aufmerksamkeit (durch Aktivitäten, Beschäftigungen oder unsere Gedanken) auf Gott und sein Wort richten.
Was allerdings an diesem Tag (soweit wie möglich) aufhört, sind nur die gewöhnlichen Tätigkeiten der anderen sechs Tage.
Hierzu sagt Gott Folgendes:

13 Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tage und den Sabbat »Lust« nennst und den heiligen Tag des HERRN »Geehrt«; wenn du ihn dadurch ehrst, dass du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte treibst und kein leeres Geschwätz redest,
14 dann wirst du deine Lust haben am HERRN ...”

(Jesaja 58.13.14)

Vor ca. 2000 Jahren hatte der Herr Jesus Christus den Zweck des Sabbats offenbart:

27 ... Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht ....”

(Markus 2:27)

Das Wort „Mensch” aus diesem Vers ist ein für die gesamte Menschheit gültiger Gattungsbegriff.

Dadurch zeigt Jesus nicht nur wie der Sabbat zu verstehen ist, sondern wie dieser nicht missdeutet werden sollte.
Da dieser aufgrund eines ganzen absurden Systems von Gesetzen menschlicher Untersagungen ein belastender Tag geworden war, hatte unser Herr auf die Normalität hingewiesen, wie dieser Tag zu betrachten ist, indem er die Vorurteile des „Sabbathaltens” als grundfalsch verworfen hat.

Die Pharisäer (die obersten Religionsführer jener Zeit) hatten ein detailliertes System von einschränkenden Regeln erdacht, um jegliche Arbeiten während des Sabbats zu verhindern. Diejenigen, die davon abwichen wurden der „Übertretung” des Gesetzes bezichtigt.

Die Bibel berichtet uns die Art und Weise wie Jesus den Sabbat von menschlichen Traditionen und Vorurteilen entbunden (oder befreit) hat:

1 Zu der Zeit ging Jesus durch ein Kornfeld am Sabbat; und seine Jünger waren hungrig und fingen an, Ähren auszuraufen und zu essen.
2 Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat nicht erlaubt ist.
3 Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte?
4 Wie er in das Gotteshaus ging und aß die Schaubrote, die doch weder er noch die bei ihm waren essen durften, sondern allein die Priester?
5 Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld?
6 Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.
7 Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer«, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt.
8 Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat.
9 Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen?, damit sie ihn verklagen könnten.
11 Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der sein einziges Schaf, wenn es ihm am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreift und ihm heraushilft?
12 Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat Gutes tun.
13 Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie wurde ihm wieder gesund wie die andere.”

(Matthäus 12.1-13)

Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen;
3 In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.
4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.
5 Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank.
6 Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.
8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!
9 Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.
Es war aber an dem Tag Sabbat.
10 Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen.
11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin!
12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin?
13 Der aber gesund geworden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war.
14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre.
15 Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.
16 Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte.
17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.
18 Darum trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.”

(Johannes 5.1-18)

10 Und er lehrte in einer Synagoge am Sabbat.
11 Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten.
12 Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit!
13 Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.
14 Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag.
15 Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke?
16 Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden?
17 Und als er das sagte, mussten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.”

(Lukas 13.10-17)

Während seines Handelns auf Erden hatte Jesus die Vorurteile in bezug auf diesen Tag beseitigt.
Es sollte jedoch keinesfalls heißen, dass er diesen Tag abgeschafft hat oder dass er gekommen ist, um das Gesetz zu ändern. Im Gegenteil: Jesus hat unmißverstädlich deutlich gesagt:

17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.”

(Matthäus 5.17,18)

"27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.
28 Also ist der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat."

(Markus 2.27,28)

Daraus ergibt sich Folgendes:

- Der Sabbat ist Jesus untergeordnet; Er ist der Herr, den wir anbeten
- Da Jesus Herr über den Sabbat ist, ist zu verstehen, dass dieser dazu gedacht wurde, um einen bestimmten zu berücksichtigenden Zweck zu erfüllen

Unsere Blicke müssen auf Jesus gerichtet sein, als auch auf die Weise, wie er den Sabbat betrachtet.

Jesus selbst ehrte diesen Tag, indem er predigte, Kranke heilte und Wunder vollbrachte.

Für ihn war dieser kein Tag der Inaktivität und auferlegten Restriktionen, sondern eine Zeit, in der er weiterhin aktiv und allen zugänglich war.

Es gibt eine irrige Tendenz, eine Abgrenzung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament zu machen, als würden diese nicht gleichermaßen alle Menschen ansprechen.
Die Bibel ist eine einzige einheitliche Schrift und ist das inspirierte Wort Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Das Neue Testament beginnt mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes in Jesus Christus.
Das Alte Testament andererseits prophezeit das Kommen des Sohnes, der auch über dessen ganzen Zeitraum allgegenwärtig und aktiv war, da er schon immer und zu jeder Zeit existiert hat:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; ...”

(Johannes 1.1-3,10 )

39 Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt”

(Johannes 5.39 )

1 Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind;
2 und alle sind auf Mose getauft worden durch die Wolke und durch das Meer
3 und haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen
4 und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.”

(1 Korinther 10.1-4)

Seine Worte sind eindeutig: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz ... aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.”

All denjenigen, die hingekommen waren, den Sabbat durch das Prisma eines restriktiven und erstickenden Systems zu verstehen, zeigte er, dass das Angehen dieses Tages mißverstanden worden war. Er hat das vierte Gebot des Dekalogs nicht aufgehoben, sondern den siebenten Tag nur von den unnötig auferlegten Regeln befreit.
Dieser ist ein Ruhetag, aber keiner der Inaktivität. Was aufhört, sind die üblichen Alltagsarbeiten. Der siebente Tag ist jedoch eine Arbeitszeit für Gott, wie übrigens für jedwelche unentbehrliche Werke (Matthäus 12.3,4) oder Akte der Barmherzigkeit (Matthäus 12.11,12).

Wie betrachtete Jesus den Sabbat? Die Antwort gibt er uns folgendermaßen:

Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.”

Auf welche Weise „wirkte” er?

Dadurch, dass er den Menschen stets zu Diensten war, im zu deren Besten und deren Heilung ausgerichtetes Handeln.

So wie immer, wandte sich Jesus nicht nur an deren Verstand, sondern auch an deren Herzen.
Die Pharisäer und all diejenigen, die dem geerbten menschlichen System der Traditionen blindlings folgten hatten die aufklärenden Worte und die barmherzige Einstellung Jesu nicht begriffen, weder mit dem Verstand, noch mit dem Herzen. Sie hatten nur eingesehen, dass er ihre ganze theologische Autorität beiseite geschaffen hatte. Deshalb „suchten sie ihn zu töten”.
Die vernünftigen Menschen aber und mit offenen Herzen verstanden was ihr Herr mit ihnen redete „und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.”

Viele Jahre nach Jesu Christi Himmelfahrt hatten seine Apostel den Sabbat weiterhin geehrt, indem sie an diesem Tag predigten und den besonderen Anlass dazu nahmen, zu den Menschen zu reden:

42 Als sie aber aus der Synagoge hinausgingen, baten die Leute, dass sie am nächsten Sabbat noch einmal von diesen Dingen redeten.
43 Und als die Gemeinde auseinander ging, folgten viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen dem Paulus und Barnabas. Diese sprachen mit ihnen und ermahnten sie, dass sie bleiben sollten in der Gnade Gottes.
44 Am folgenden Sabbat aber kam fast die ganze Stadt zusammen, das Wort Gottes zu hören.”

(Apostelgeschichte 13.42-44)

2 Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten von der Schrift,
3 tat sie ihnen auf und legte ihnen dar, dass Christus leiden musste und von den Toten auferstehen und dass dieser Jesus, den ich – so sprach er – euch verkündige, der Christus ist.
4 Einige von ihnen ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge von gottesfürchtigen Griechen, dazu nicht wenige von den angesehensten Frauen.”

(Apostolelgeschichte 17.2-4)

4 Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden und Griechen.
5 Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, richtete sich Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist.
6 Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; ohne Schuld gehe ich von nun an zu den Heiden.
7 Und er machte sich auf von dort und kam in das Haus eines Mannes mit Namen Titius Justus, eines Gottesfürchtigen; dessen Haus war neben der Synagoge.
8 Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.
9 Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!
10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
11 Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.”

(Apostelgeschichte 18.4-11)

Die Tatsache, dass nach Jesu Christi Himmelfahrt sich seine Jünger nicht nur am Sabbat trafen, sondern auch am ersten Tag der Woche ist kein Anzeichen dafür, dass den Menschen von damals an ein neuer Ruhetag gegeben war, da Gott dies niemals beschlossen hat.

Es ergibt sich aus keiner Stelle der Bibel, dass Gott den Ruhetag des siebenten Tages auf den des ersten Tages der Woche abgeändert hat.
Obwohl Jesus an einem Sonntag auferstanden war, hatte er nach seiner Auferstehung und nachdem er sich seinen Jüngern gezeigt hatte diesen niemals zu verstehen gegeben, diesen Tag als neuen Ruhetag zu heiligen und nicht einmal diesen ihm zu Ehren zu feiern.
Er persönlich hatte den siebenten Tag (den Samstag) geehrt, was die Christen auch nach seiner Auferstehung fortzufahren hatten.
Der Sonntag ist nie von Gott geheiligt oder als sein besonderer Tag der Anbetung festgelegt worden.
Nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus Christus hatten seine Apostel, Jünger und alle, die den Glauben an ihn empfangen hatten, einen einzigen Ruhetag geheiligt:
Den siebenten Tag, der von Gott bestimmte Tag bereits seit Schöpfung der Welt, der später in das Gesetz der Zehn Gebote einbezogen wurde.

Und dennoch ist heutzutage in den meisten Kirchen der offizielle Ruhetag der Sonntag (der erste Tag der Woche).

Wie ist es zu dieser Abänderung des göttlichen Gesetzes gekommen?

Die Ersetzung des Ruhetags am Samstag durch den am Sonntag hatte ursprünglich mehrere Gründe gehabt, die dazu geführt hatten, dass die Dinge allmählich diese Wendung nahmen.

Was zu dieser allgemeinen Zustimmung mitgewirkt hat begann mit der Unterdrückung des jüdischen Volkes durch die Römer während der zwei jüdisch-römischen Kriege zwischen 66 – 135 n. Chr.

Aufgrund der sozialen und religiösen Unzufriedenheiten bricht in Judäa im Jahr 66 n. Chr. der jüdische Krieg gegen die Römer aus. Der erste große Aufstand endete im Jahr 70 n. Chr. mit der Belagerung Jerusalems durch die römischen Truppen – unter dem Befehl von Titus, dem Sohn des Kaisers Vespasian -, der Niederreißung der Festungsmauern, der Zerstörung der Stadt und des jüdischen Tempels. Der Befehlshaber Titus gebot, die ganze Stadt dem Erdboden gleich zu machen.

Diese Ereignisse und deren katastrophalen Ausmaßen sind vom Herrn Jesus Christus seinen Jüngern genau vorausgesagt worden:

Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels.
2 Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.”

(Matthäus 24.1,2)

20 Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist.
21 Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht herein.
22 Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist.
23 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen,
24 und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.”

(Lukas 21.20-24)

Außer anderen Maßnahmen gegen das jüdische Volk wurde diesem vom römischen Staat im Jahr 72 n. Chr. eine Sondersteuer („fiscus iudaicus”) auferlegt, und zwar für „die freie Erlaubnis, seine Religion ausüben zu dürfen” [1]. Dies bedeutete eine demütigende Maßnahme für die Juden, als auch eine dazu bestimmte, mögliche Bekehrungen zum Judentum zu verhindern.

Später hatte der römische Kaiser Domitian (81 – 96 n. Chr.) diese Steuer auch all jenen, die „wie Juden lebten” aufgebürdet.
Überall im römischen Reich wurden all diejenigen verfolgt, die „ihre Zugehörigkeit zur jüdischen Religion nicht gemeldet hatten, die aber wie Juden lebten, als auch diejenigen, die ihre Herkunft verschwiegen und die Sonderabgabe für ihr Volk nicht zahlten”. [1]
Gemeint waren hier die Christen (von den Juden und anderen Völkern herstammend), die von den Römern gemeinhin als Juden eingestuft worden waren.
Da auch die Christen den Sabbat feierten, redete man einfach, dass sie „wie Juden lebten”.

In den Augen der staatlichen Obrigkeit hatten die Christen zu jener Zeit keine vom Judentum andersartige Religion. Ob Christ oder Jude, die Sondersteuer musste bezahlt werden oder man musste mit harten Strafen rechnen.

Aus diesem Grunde wollten immer mehr Christen nicht mehr mit den Juden gleichgestellt werden, was zur verstärkten Distanzierung gegenüber diesen führte.

Es war der Zeitpunkt zu dem – aufgrund der Spannungen zwischen Juden und Christen – gleichzeitig der Gedanke aufkeimt, den Sabbat durch einen anderen Wochentag zu ersetzen.

Bis in jenen Tagen hatten die Christen den biblischen Ruhetag, den Sabbat (der siebente Tag der Woche) als heiligen Tag gefeiert, während der Sonntag (der erste Tag der Woche) nur ein gewöhnlicher Werktag war.

Man fing an, den ersten Tag der Woche als „ein Gedenktag der Auferstehung” [2] zu feiern und da dieser „der Tag ist, an dem Gott sprach: „Es werde Licht”. [3]
Es wurde somit nach Begründungen gesucht, um den Sonntag zum christlichen Feiertag zu erklären, indem man nach biblischen Berechtigungen suchte, die jedoch nach sachgerechter Analyse sich als falsch und unzutreffend herausstellen.

In den ersten Jahrhunderten wurden sogar in manchen Gegenden sowohl der Sabbat, als auch der erste Wochentag als Ruhetage geachtet. Dies jedoch läuft dem Gebot Gottes zuwider, der gesagt hat: Sechs Tage sollst du arbeiten und an einem Tag sollst du deine gewöhnlichen Aktivitäten ruhen lassen, diesen Tag ihm widmend – und zwar den siebenten Tag, nicht jedwelchen anderen – nicht zwei!

Im 3. Jahrhundert n. Chr. fand der Glaube an Jesus Christus eine dermaßen weite Verbreitung, dass dieser vom heidnischen römischen Staat weder ignoriert noch im Zaum gehalten werden konnte.

Weil nicht alle Menschen an die christlichen Wahrheiten glaubten, war das römische Reich in zwei große Gruppen gespalten: Nichtchristen (Heiden) und Christen. Im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Einheit im Lande und seiner politischen Ziele griff der römische Kaiser Konstantin I. (306 – 337 n. Chr.) zu einer zur Einigung erdachten Kompromißlösung:
Der erste Tag der Woche (der Sonntag). Warum?

Man sollte wissen, dass im heidnischen römischen Reich – wie bei nahezu allen anderen Völkern – der Sonnenkult praktiziert wurde. Als obersten „Gott” verehrte man die Sonne, den sogenannten „Deus Sol Invictus” (übersetzt: „Der unbesiegbare Sonnengott”).
Der Tag der wöchentlichen Anbetung war der erste Tag der Woche und „der Geburtstag des Sonnengottes” wurde am 25. Dezember gefeiert.

So war die simpelste Weise, Einigkeit im Lande zu schaffen die Einführung der Sonnenanbetung in der christlichen Welt gewesen.
Die Auferstehung des Herrn Jesus Christus am ersten Tag der Woche war der Vorwand gewesen für dessen Erklärung zum „neuen Ruhetag”.

Am 7. März 321 n. Chr. hatte Konstantin I. diesen im römischen Reich schon längst in Umlauf gekommenen Gedanken legalisiert, indem er folgende Verordnung erließ, die einen neuen Ruhetag einsetzte:

"Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen Tage der Sonne (Deus Sol Invictus) ruhen. Doch können sich die Landleute mit aller Freiheit auf den Ackerbau verlegen. Denn es trägt sich oft zu, dass an keinem andern Tage Acker und Weinberge so bequem bestellt werden können wie an diesem. Es soll also dieser Vorteil, den die himmlische Vorsehung selbst darbietet, nicht bei Gelegenheit einer so kurzen Zeit verlorengehen." [4]

In seiner Rede gegen „den Gebrauch” der Juden und in der Absicht, jede Gemeinsamkeit von Christen und Juden auszulöschen, erklärte Konstantin I. auf dem ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr. unter anderem Folgendes: „Nichts soll uns also gemein sein mit dem verhaßten Volke der Juden !” [5]

Die zentrale Gemeinsamkeit war ... der Sabbat.

Er begründete die Abgrenzung von diesen als Folge der „vatermörderischen Schuld, ihren Herrn ermordet zu haben” [5].

Er forderte, das Fest der Auferstehung des Herrn sollte von der ganzen Christenheit an „einem und demselben Tag” [5] gefeiert werden und zwar am „Tag seines hochheiligen Leidens” [5] (Tag der Auferstehung, der erste Tag der Woche) und niemals am letzten Tag des jüdischen Festes Passah (der siebente Tag der Woche; s. Exodus 12.16; 13.6).

Durch die Regelung der Osterfeier schaffte er die Grundlage für die Aufgabe des biblischen wöchentlichen Sabbats (Samstag) zugunsten des ersten Wochentags (Sonntag), der nun zum „Bindemittel” zwischen der heidnischen und christlichen Welt wurde.

Bereits zu Zeiten Konstantins I. hatte Silvester, Bischof von Rom (314 – 335 n. Chr.) den ersten Tag der Woche in „Tag des Herrn” umbenannt.
Diese Benennung entbehrt jeder biblischen Grundlage, da diese in der Bibel nicht im Zusammenhang mit dem ersten Tag der Woche erwähnt wird; dort wo diese vorkommt, dann mit Bezugnahme auf eine Zeit des Kommens des Herrn.

Überdies hatte man im Jahr 363 n. Chr. auf dem Synod von Laodicea die Verlegung des Ruhens und der Heiligkeit des Sabbats auf den Sonntag durch folgenden Beschluss amtlich verordnet:

„Dass die Christen nicht judaisieren und am Sabbat nicht müssig sein, sondern an diesem Tage arbeiten sollen; den Tag des Herrn aber sollen sie besonders ehren und wenn möglich an demselben als Christen nicht arbeiten. Werden sie aber als Judaisten erfunden, so sollen sie vor Christus mit dem Kirchenbann belastet sein.” [6]

Später verleihte man der Umbenennung des ersten Tags der Woche von „Dies Solis” (Tag der Sonne) auf „Dies Dominica” („Tag des Herrn”, Sonntag) offiziellen Charakter.

Wenn nach der Verordnung Konstantins I. aus dem Jahr 321 n. Chr. der ländlichen Bevölkerung die Feldarbeit noch gestattet war, so dekretierte zwei Jahrhunderte später das Konzil von Orléans im Jahr 538 n. Chr. den Sonntag zum arbeitsfreien Tag, diesmal für alle und ohne jede Ausnahme. Zugleich wurde der Samstag zu einem ganz gewöhnlichen Werktag.

Das Christentum wurde zur offiziellen Staatsreligion erhoben und zugleich wurden die Privilegien des „Sonnengottes” auf Jesus Christus übertragen:

- Der Sonntag, der damalig hochgeschätzte Tag der Anbetung wird – unter dem Vorwand, dass Jesus an diesem Tag auferstanden war – zum gesetzlichen Ruhetag
- Der 25. Dezember – der Geburtstag des „unbesiegbaren Sonnengottes” („Deus Sol Invictus”) - wird zum Geburtstag des „neuen” Herrn

Gleichzeitig wird „die Übertragung” der heidnischen Sitten und Traditionen auf die christliche Kirche vollzogen.

Grund dazu war, den beliebten heidnischen Traditionen entgegenzukommen.
Da die unchristliche Bevölkerung an den heidnischen Traditionen und Sitten stark hing, wurde es zur Politik, diese in die Kirche einzuführen und denen christliche Bedeutung zu verleihen. So wurden die heidnischen Sitten und Gebräuche nach und nach vom offiziellen Christentum assimiliert, wobei diese nunmehr einen „christlichen” Gewand bezogen:

- Das Frühlingsfest zu Ehren der Eostre, Göttin des Frühjahrs, der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens, gekennzeichnet durch Eier und Hasen (heidnische Symbole der Fruchtbarkeit) wird zum christlichen Fest des Osterns, des Gedenkens der Leiden und Auferstehung Jesu Christi; er selbst hatte die Einrichtung dieses Festes nie suggeriert
- Das Ritual der Anbetung gegen Osten zur Verehrung der aufgehenden Sonne (auf diese Art der Begrüßung wollte man diese willkommen heißen) wird zum christlichen Zeremoniell; die Kirchen wurden nach dem Osten ausgerichtet, so dass die Kontinuität der vorchristlichen Anbetung gewährleistet war; dies ist ein unbiblisches Ritual (s. Hesekiel 8.15-18)
- Der „heilige” heidnische Tag der Wintersonnenwende – der 25. Dezember -  an dem die Sonnenverehrer das Fest „Dies natalis solis invicti” („Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes”) feierten wird zur Weihnachtsfeier, das christliche Fest der Geburt Jesu Christi; das Datum der Geburt unseres Heilandes (weder der Tag noch der Monat) wird in der Bibel jedoch nicht erwähnt; man kann nur folgern, dass er nicht während des Winters geboren wurde, da die Hirten, denen seine Geburt verkündet wurde, des Nachts ihre Herde auf dem Felde hüteten, was niemals im Winter stattfindet (s. Lukas 2.8)

Der Kompromiss zwischen Heidentum und Christentum war beinahe vollkommen: Die christianisierten Heiden durften ihre beliebten Bräuche behalten und die Christen bekamen unbiblische Traditionen und Rituale. Es entstand eine gemeinsame „christlich” genannte Religion, dazu bestimmt, jeden und alle zufriedenzustellen.

Es kam zu einer massenhaften „Christianisierung” auch der Nichtchristen (praktisch nur formell, da die meisten von den christlichen Wahrheiten nicht überzeugt waren).
Im Grunde genommen hatte man eine harmonische Verflechtung des Heidentums und Christentums verwirklicht.
Die Mehrheit der Menschen begann den Weg der nun „christlichen” Traditionen einzuschlagen und immer weniger den Weg Christi.

Die erstaunlich subtile Änderung, die im Laufe dieser Jahrhunderte eingetreten war, bleibt jedoch das Eingreifen des Menschen im Gesetz Gottes.

Seitdem bis in unsere Tage hatten die meisten Kirchen die sonntägliche Anbetung übernommen und weitergeführt, und sich von dem wahren biblischen Tag der Anbetung entfernt.

Der Feiertag des Sonntags ist kein von Gott festgesetzter Tag, sondern ein Feiertag menschlichen Ursprungs, gegeben durch menschliche Autorität.

Das Gesetz Gottes ist in den Zehn Geboten enthalten.
Dessen Befolgung setzt die Einhaltung aller dieser Zehn Gebote voraus:

10 Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.”

(Jakobus 2.10)

Es ist dem Menschen nicht möglich, die Anforderungen des Gesetzes vollkommen zu erfüllen.
Dies hat Jesus Christus an seiner Stelle getan.

Von nun an ist der an ihn glaubende Mensch „in Christus”, von der Knechtschaft des Gesetzes endgültig befreit.

Der Glaube an Jesus annulliert aber nicht die Gültigkeit des Gesetzes der Zehn Gebote:

31 Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.”

(Römer 3.31)

Das Gesetz bleibt für immer die Richtlinie im Leben des Menschen. Und zwar so wie es von Gott gegeben wurde und nicht wie vom Menschen abgeändert.

Das vierte Gebot muss in gleichem Maße wie auch die anderen neun geachtet werden und zwar so wie es Gott selbst in seinem Gesetz formuliert hat.

Gottes Wort sagt:

27 ... denn was du, HERR, segnest, das ist gesegnet ewiglich.”

(1 Chronik 17.27)

Der siebente Tag ist seit Schöpfung des Universums gesegnet worden.

Unter den vielen Offenbarungen des letzten Buchs der Bibel finden wir auch folgende:

19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.”

(Offenbarung 11.19)

Die Lade des Bundes war ein hölzerner Kasten, der mit großer Strenge behütet werden musste, da sich darin die zwei Tafeln des Gesetzes befanden, von Gott selbst gemacht und von seinem Finger beschrieben, und zwar Das Gesetz der Zehn Gebote.

Dieses beinhaltet auch das vierte Gebot.

Soll Gott im nachhinein das abgeändert haben, was er ewiglich gesegnet hat?

Mit Sicherheit nicht.

 

 

Fußnoten:

 

[1] Suetonius: De Vita Caesarum--Domitianus, c. 110 C.E., Chapter XII
[2] Apostolic Constitutions, Book VII, Chapter 23
[3] Justin Martyr: The First Apology, Chapter LXVII. – Weekly worship of the Christians
[4] Codex Justinianus: Book 3, Title 12, Par. 2
[5] Eusebius of Caesarea: The Life of the Blessed Emperor Constantine, Book III., Chapter XVIII – XX
[6] Synod of Laodicea, canon XXIX