3. Das zweite Gebot

 

Das zweite Gebot

4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,
6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.”

(Exodus 20.4-6)

In Ergänzung zum ersten, deutet das zweite Gebot darauf hin, was und wie wir nicht anbeten sollen.

Die Völker der biblischen Zeiten beteten verschiedene „Götter” an, die sie sich in Form von Bildnissen darstellten, unter denen diese den Angebeteten vorzustellen mochten.

Schon seit jenen Zeiten hatte Gott bekanntgemacht, dass die Anbetung ausschließlich ihm, Schöpfer der Himmel und der Erde, gebührt, als Zeichen der Dankbarkeit für das den Menschen geschenkte Leben inmitten einer wunderbaren Schöpfung, und nicht den von Bildhauern und Goldschmieden geschaffenen imaginären Idolen.

2 So spricht der HERR: Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten.
3 Denn ihre Götter sind alle nichts. Man fällt im Walde einen Baum und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden,
4 und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, dass es nicht umfalle.
5 ... Sie können nicht reden; auch muss man sie tragen, denn sie können nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch Schaden tun.
6 Aber dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist.
7 Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muss man gehorchen; denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Königreichen ist niemand dir gleich.
8 Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein nichtiger Gottesdienst.
9 Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den Bildhauer und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten Purpur zieht man ihnen an, und alles ist der Künstler Werk.
10 Aber der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Völker können sein Drohen nicht ertragen.
11 So sagt nun zu ihnen: Die Götter, die Himmel und Erde nicht gemacht haben, müssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel.
12 Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand.
13 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken lässt er heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, dass es regnet, und lässt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.
14 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben kein Leben,
15 sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen ...”

(Jeremia 10.2-15)

18 Was wird dann das Bild helfen, das sein Meister gebildet hat, und das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verlässt sich sein Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht.
19 Weh dem, der zum Holz spricht: »Wach auf!«, und zum stummen Steine: »Steh auf!« Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, er ist mit Gold und Silber überzogen und kein Odem ist in ihm.”

(Habakuk 2.18,19)

Heutzutage ist die Gewohnheit des Menschen sich vor einem von Menschenhand angefertigten Gegenstand zu verneigen immer noch vorhanden.
Die heutigen Darstellungen haben nämlich eine „christliche” Erscheinungsform.
Diese gibt es entweder in gemalter Form (Ikonen) oder als bildhauerische Gestaltungen (Statuen).

Obwohl all diese Darstellungen einen Bezug auf den christlichen Kultus haben, wird jedoch deren Anbetung und Dienen dazu führen, dass die Menschen von der wahren Anbetung des ewigen Gottes abkommen werden.
Die Anbetung dieser menschlichen „Darstellungen” ist eine Übertretung des zweiten Gebotes.

Welches ist die wahre Anbetung Gottes und wie ist die Gottesverehrung zu verstehen?
Es ist jene Anbetung, die nicht vor einem sichtbaren und greifbar-materiellen Gegenstand stattfindet, sondern in Gedanken und im Herzen des Menschen.
Die Bibel sagt:

23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.”

(Johannes 4.23,24)

An die Anbetung lassen sich demnach zwei Begriffe anbinden: Geist und Wahrheit.

Die Anbetung im „Geist” bezieht sich auf das Innere des Menschen (Verstand, Herz, das ganze Wesen).
Die Anbetung in der „Wahrheit” deutet indirekt an, dass der Mensch – wissentlich oder nicht – auch die Lüge anbeten kann. Diese kann ein Nährboden für nicht auf der biblischen Wahrheit begründete Kulte sein.
Was ist die Wahrheit aber? Jesus sagt:

6 Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben ...”

(Johannes 14.6)

Die Wahrheit ist sonach ausschließlich an die Person Jesu gebunden, an allem was er getan und gesagt hat.

Was der Herr Jesus selbst über die Anbetung gesagt hat finden wir im biblischen Bericht seiner Begegnung mit der Samariterin, der er Näheres aus ihrem Privatleben offenbart hatte:

19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.
21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.”

(Johannes 4.19-24)

Sich ganz konkret an die Menschen vor hunderten Jahren wendend und zugleich auch auf prophetische Weise an seine Anbeter aus allen Zeiten, sagt Gott Folgendes:

5 Wem wollt ihr mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr mich? An wem messt ihr mich, dass ich ihm gleich sein soll?
6 Sie schütten das Gold aus dem Beutel und wiegen das Silber mit der Waage dar und dingen den Goldschmied, dass er einen Gott daraus mache, vor dem sie knien und anbeten.
7 Sie heben ihn auf die Schultern und tragen ihn und setzen ihn nieder an seine Stätte, dass er stehe und nicht von seinem Ort rücke. Schreit einer zu ihm, so antwortet er nicht und hilft ihm nicht aus seiner Not.”

(Jesaja 46.5-7)

18 Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen?
19 Der Meister gießt ein Bild und der Goldschmied vergoldet's und macht silberne Ketten daran.”

(Jesaja 40.18,19)

25 Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei?, spricht der Heilige.”

(Jesaja 40.25)

Das zweite Gebot will die Aufmerksamkeit wecken, kein Bildnis anzubeten und zu dienen, noch irgendein Gleichnis, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.
Dies gilt für jedwelche Darstellung, nicht nur der Gottheit, sondern auch eines jeden Geschöpfs, eines jeden Menschen.